​ 

​Malta blickt auf eine reiche Geschichte zurück, die ca. 5500 bis 4500 Jahre zurückreicht. Verschiedene Zeitalter haben Malta geprägt. Das Neolithikum hat wohl die herausragendste Architektur hervorgebracht, wie einige der Weltkulturerbestätten beweisen. Dazu zählen die Tempelanlagen von Ġgantija, Ta’ Ħaġrat, Skorba, Ħaġar Qim, Mnajdra und Tarxien, die allesamt zu Ehren der Fruchtbarkeitsgöttin errichtet wurden.

Die hoch zivilisierten Phönizier kamen um 750 v. Chr. nach Maleth (Malta) und machten die Insel zu einem Stützpunkt ihrer Handelsrouten. Ab 480 v. Chr. besiedelten die Karthager Malta und beherrschten die Insel ca. zweieinhalb Jahrhunderte lang. In dieser Zeit wurden ausschließlich Olivenöl und Textilien erzeugt. 

Im zweiten Punischen Krieg 218 v. Chr. wurde Malta von den Römern erobert. Damit begann eine wichtige Epoche der Geschichte Maltas. Historiker treffen ab dieser Zeit auf schriftliche Aufzeichnungen, in denen Malta zum ersten Mal erwähnt wird. 

Nach Ende des 4. Jahrhunderts geriet Malta vom Oströmischen Reich in Vergessenheit, und so übernahmen die Byzantiner die Insel für weitere 375 Jahre, bevor Malta 870 von den Arabern erobert wurde.

Nachdem Graf Roger I. und seine Truppen das arabische Sizilien erobert hatten, ließen sie sich 1090 auf Malta nieder. Unter seiner Herrschaft gelangte Malta zu seiner Landesflagge und verfestigte seine Beziehungen zu verschiedenen Adelsfamilien in Europa. Dadurch standen dem Land weitere Ressourcen zur Verfügung. 

Nach kurzer Zeit wurde die nächste Epoche in Malta eingeleitet. Unter der Herrschaft des spanischen Königs Karl V. wurde Malta als Lehen an den Ordern der Kreuzritter des hl. Johannes vergeben. Während der 250 Jahre, die die Kreuzritter auf Malta weilten, hat sich das Land vollständig umgestaltet. Die Arbeit der Kreuzritter ist gut dokumentiert und findet sich in der Architektur und Kunst des Landes wieder.

1798 verdrängte Napoléon Bonaparte die Ordensritter, und mit Besetzung der Franzosen sollten neue Zeiten anbrechen – die waren jedoch nicht von langer Dauer. Zu dieser Zeit hat sich das britische Reich zur Großmacht etabliert. Und schon zwei Jahre nach der Ankunft von Napoléon wurde Malta im Jahre 1800 von britischen Truppen besetzt. Nach der Vertreibung der Franzosen waren sich die Briten zunächst uneins darüber, ob Großbritannien die Zuständigkeit über Malta behalten sollte. Mit dem Frieden von Amiens 1802 sollte Malta an den Orden zurückgegeben werden. Das gefiel jedoch nicht allen Einheimischen – sie wollten nicht unter ihren früheren Herrschern leben, sondern lieber unter dem Schutz der Briten bleiben.

Die britische Ära stellt aus historischer Sicht einen umfassenden Wechsel für Malta dar. Die wichtigsten Ereignisse unter der britischen Herrschaft waren die beiden Weltkriege sowie die Unabhängigkeit von Malta. Der britische Einfluss ist heute noch vielerorts im täglichen Leben zu spüren.

Die britische Herrschaft endete 1964 mit der Unabhängigkeit Maltas. Später, 1974, wurde Malta zur Republik ausgerufen. 1979 verlassen die letzten britischen Truppen Malta. Elf Jahre später beantragt Malta die Aufnahme in die Europäische Union. Und 2004 wird Malta als EU-Mitglied aufgenommen.