Die Europäische Union besteht in ihrer heutigen Form bereits seit fast einem halben Jahrhundert. Visionäre gaben den Ausschlag für ihre Gründung, um mit wirtschaftlicher und politischer Stabilität den dauerhaften Frieden der europäischen Länder zu gewährleisten. Weitere Personen schlossen sich den Visionären und ihren Ideen an, die durch die folgenden Verträge fortgeführt werden sollten.
 
Mit dem Vertrag von Paris wurde 1951 die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet, und war einer der ersten in einer Reihe von Verträgen zur Verbesserung der Zusammenarbeit in Europa. Zu den Gründerstaaten der EGKS gehören Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande.
 
Nach dem Erfolg der EGKS erweiterten die Gründungsmitglieder die Zusammenarbeit durch Unterzeichnung der Römischen Verträge im März 1957. Durch sie wurden die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) gegründet. Ziel der EWG war der Aufbau eines gemeinsamen Marktes zur Liberalisierung des Personen-, Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehrs. 1968 wurden die Zölle auf den Handel zwischen den EWG-Staaten abgeschafft. Zudem wurde eine Vergemeinschaftung der Agrar- und Handelspolitik eingeführt. Neben der EGW wurde EURATOM gegründet, um die friedliche Nutzung von Atomenergie unter den Mitgliedstaaten zu koordinieren.
 
Bereits Mitte der 60er Jahre waren die Europäischen Gemeinschaften gut etabliert. Dennoch waren die Staatschefs der EG der Meinung, dass die Gemeinschaften weiter verbessert werden könnten. Mit dem EG-Fusionsvertrag wurden die drei Gemeinschaften in einer zusammengefasst, die von einer gemeinsamen Kommission, einem gemeinsamen Rat und einer gemeinsamen Administration verwaltet wurden. Damit wurde ein wichtiger Schritt in Richtung EU gemacht, wie wir sie heute kennen.
 
Mit dem Wachstum der EG wurde schnell deutlich, dass der freie Handel von Waren und Dienstleistungen verbessert werden musste, um die EG bei der Schaffung von Wohlstand und Beschäftigung zu unterstützen. Daraufhin wurde der Binnenmarkt, wie in der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA) festgesetzt, verwirklicht – einer der größten Erfolge der EU. Durch die Vollendung des Binnenmarkts wurde der Weg für mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Effizienz und niedrigere Preise geebnet.
 
Mit dem Vertrag von Maastricht, unterzeichnet am 7. Februar 1992, wurde die Europäische Union gegründet, die auf drei Säulen beruhen soll: die Europäische Gemeinschaft, eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) und die Zusammenarbeit der Justiz- und Innenminister (JI). Der Vertrag begründete zudem das Konzept einer Unionsbürgerschaft, stärkte die Rechte des Europäischen Parlaments und führte eine Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) ein.
 
Der Bedarf nach Lösungen zu neuen Problemen führte zum Vertrag von Amsterdam, der eine Erweiterung vorhergehender Verträge darstellt. Um die Wirtschaft der EU anzukurbeln, wollten die Mitgliedstaaten die Freizügigkeit verstärken. Somit sind in den Vertrag von Amsterdam unter anderem neue Bestimmungen über das Schengener Abkommen in den EU-Rahmen aufgenommen worden. Zu dieser Zeit war das Abkommen von Schengen noch eine zwischenstaatliche Kooperation der fünf Mitgliedstaaten.
 
Durch den 2001 unterzeichneten Vertrag von Nizza wurde die EU institutionell revolutioniert, um nach der vierten und größten EU-Erweiterung handelsfähig zu bleiben. Im Zuge dieser Erweiterung wurde auch Malta in die EU aufgenommen.
Nach der fünften Erweiterung stand die EU vor neuen bürokratischen Herausforderungen. Daraufhin folgte der Vertrag von Lissabon, der im Jahr 2007 unterzeichnet wurde. In diesem Vertrag wurde ein neues Abstimmungsverfahren geregelt, das Amt des Präsidenten des Europäischen Rates sowie das Amt der Hohen Vertreterin für die Außen- und Sicherheitspolitik eingeführt.